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Schritt 2 – Hörtraining

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Wir freuen uns, Sie in der Welt der Hörgeräteträger begrüßen zu dürfen! Da das Hören mit technischer Unterstützung etwas Übung und ein bisschen Geduld bedarf, müssen Sie etwas üben. Anders ist es bei einer Brille, die setzen Sie auf und die Augen gewöhnen sich sofort. Unsere sensiblen und wertvollen Hörorgane müssen erst mal trainiert werden. Damit Sie den größtmöglichen Nutzen aus Ihrem neuen Hörgerät ziehen können, möchten wir Sie bitten, in den nächsten 14 Tagen möglichst viele Erfahrungen zu sammeln. Dazu ist es sinnvoll, Ihr Hörgerät mindestens acht Stunden am Tag zu nutzen.

Mit den kleinen Aufgaben möchten wir Sie in Ihrem folgenden Alltag begleiten und Sie dazu anregen, sich intensiver mit Ihrem neuen Hörgefühl auseinanderzusetzen. Wir empfehlen jeden Tag eine der Aufgaben durchzuführen (die Reihenfolge aus dieser Broschüre dürfen Sie gerne Ihrem Alltag anpassen).

Bitte bringen Sie diesen Fragebogen zu Ihrem nächsten Termin mit, damit wir gemeinsam Ihre Erfahrungen auswerten können und so das optimale Hörgerät für Sie anpassen können.

Keine Angst vor lauten Klängen

Lassen Sie sich auf Ihre neue „alte“ Klangwelt ein und entdecken Sie Vogelgezwitscher, Kinderstimmen und Zeitungsrascheln wieder neu für sich. Dank Ihrer neuen Hörgeräte hören Sie viele Geräusche intensiver - auch die weniger angenehmen (z. B. Geschirrklappern). Da das Gehirn viele Geräusche leiser oder gar nicht mehr wahrgenommen hat, muss es sich langsam wieder daran gewöhnen. Trainieren Sie Ihr Gehör auf die neue Klangwelt wie ein Sportler auf einen Langlauf. Wie der Körper muss sich auch das Gehirn an die zusätzliche Leistung gewöhnen. Je konsequenter Sie die neuen Hörgeräte tragen, desto besser. Dann werden sich die durch das Hörgerät verstärkten Klänge, Geräusche und Stimmen bald in das gewohnte Klangbild integrieren. Eine entscheidende Bereicherung sind die Helfer schon jetzt.

Hören neu entdecken

Differenziertes Hören kann so spannend sein. Nach einigen Tagen des Tragens Ihrer neuen Hörgeräte werden Sie feststellen, wie viele Details Ihnen vorher entgangen sind. Unterstützen Sie diesen Prozess aktiv, und gehen Sie auf die Suche. Üben Sie das differenzierte Hören von Alltagsgeräuschen. Der Wasserkocher, Schritte auf dem Asphalt, raschelnde Kleidung, das Klappern einer PC-Tastatur — der Alltag hat viele Geräusche zu bieten, die sich mit Hörgeräten anders anhören als ohne. Es ist völlig normal, dass Sie das so wahrnehmen. Achten Sie ruhig ganz bewusst darauf, so trainieren Sie automatisch Ihr akustisches Gedächtnis. Tauschen Sie sich mit normal hörenden Angehörigen aus über die neuen Geräusche, deren Herkunft und Lautstärke (das Summen des Kühlschrankes oder das Ticken der Küchenuhr), um diese besser einsortieren zu können.

Sprache üben

Hören und Verstehen ohne Anstrengung. Oftmals ist dies das Hauptziel, um einfach mal einer Unterhaltung lauschen zu können. Durch Ihre neuen Hörgeräte können Sie nun auch Gesprächen wieder besser folgen. Vielleicht nicht ganz so selbstverständlich wie früher, aber Sie verstehen die Wörter wieder und können sich an einer Unterhaltung beteiligen. Auch hier können Verbesserungen bewusst geübt werden: Telefonieren Sie viel, hören Sie Hörbücher, drehen Sie sich bei Unterhaltungen weg und trainieren Sie das Sprachverständnis ohne Blickkontakt. Scheuen Sie keine Gelegenheit, sich zu unterhalten, denn Übung macht den Meister.

Sorgen Sie für sich

Sie wissen am besten, was Sie brauchen. Neue Hörgeräte sind eine große Unterstützung, besonders bei Unterhaltungen, zum Beispiel in einem Restaurant. Doch manchmal sind die akustischen Voraussetzungen eben doch nicht ganz einfach. Dann ist es an Ihnen, sich für die bestmögliche akustische Lösung einzusetzen. Suchen Sie sich einen Platz mit dem Rücken zur Wand, damit von hinten keine Störgeräusche kommen. Noch besser wird es, wenn Sie gezielt einen Tisch aussuchen, der akustisch etwas abgeschirmt ist, vielleicht weil er in einer Nische oder hinter einer Pflanze steht. Am besten gehen Sie gleich in ein Lokal mit guter Akustik. Gepolsterte Möbel, Vorhänge, raue Tapeten und niedrige Decken verhelfen sehr zu so einem guten Raumklang.

Helfen Sie den Helfenden

Auch das Umfeld muss erst lernen, was es für Sie tun kann. Hier sind Sie der Helfer. Wer gut hört, kann sich nicht vorstellen, wie anstrengend es manchmal sein kann, einer Unterhaltung zu folgen. Wer gut hört, denkt auch, dass alle akustischen Probleme mit dem Tragen eines Hörgerätes sofort beseitigt sind. Der Einzige, der diese Irrtümer aufklären kann, sind Sie. Erklären Sie Ihrem Umfeld, was Sie in schwierigen Situationen benötigen und was Sie bereits an Denkarbeit leisten, um eine Verständigung zu ermöglichen. Haben Sie Geduld, wenn Ihr Gegenüber Ihre Bitten manchmal vergisst. Wir sind alle nur Menschen.

Zu Schritt 3 – Hörlösungen.

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